6. Fokussieren

Der Bereich des Motivs, auf den Du fokussierst, nennt sich Schärfeebene. Alles außerhalb dieser Schärfeebene wird zunehmend unscharf abgebildet.
Die Schärfentiefe, oft auch Tiefenschärfe genannt, ist eines der wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie.
Du lenkst damit das Auge des Betrachters auf die wichtigen Teile des Bildes, entscheidest damit welche Bereiche unscharf dargestellt werden sollen, oder ob Du das komplette Bild scharf abbilden willst. Es gilt also zu unterscheiden, ob Du mit durchgängiger Schärfe (hohe Schärfentiefe), oder mit einer selektiven Schärfe (geringe Schärfentiefe) arbeiten willst.
Bei der selektiven Schärfe wird eben mit offener Blende nur ein bestimmter Teil des Bildes scharf dargestellt, wobei der Hintergrund unscharf wird und Du somit den Blick aufs wesentliche lenkst.
Die durchgängige Schärfe brauchst Du, wenn wenn alles im Bild scharf sein soll, bei Landschaftsaufnahmen zum Beispiel. Diese Schärfe erreichst Du am besten mit der hyperfokalen Distanz. Hierzu später mehr.

6.1 Autokus

Wenn Du deinen Auslöser bis zum ersten Druckpunkt antippst, stellt deiner Kamera, vorausgesetzt sie befindet sich im Autofokusmodus, auf das anvisierte Motiv scharf.

6.2 Autofokus-Messfelder

Die meisten neueren Kameras verfügen mittlerweile über mehrere Messfelder (9, 21, 39, 51, oder noch mehr). Mit diesen Messfeldern hast Du die Möglichkeit entweder manuell auf die richtige Stelle im Bild zu fokussieren, oder dies eben einer Automatik zu überlassen. Bei bewegten Motiven ist letzteres ratsam.

Autofokus-Messfelder (Bild: Nikon)
Autofokusmessfeldsteuerung (Bild: Nikon)

6.3 Autofokusmodi

Jetzt kommt es natürlich darauf an, was Du fotografieren, und was Du erreichen willst. Welche Variante für Dich am besten geeignet ist, musst Du natürlich ausprobieren und für Dich selbst beantworten.

6.4 Einzelautofokus

Die meist gebrauchte Variante dürfte die Schärfepriorität sein. Diese ist auf unbewegte Motive ausgelegt. Sie stellt auf das Motiv scharf und lässt sich nur bei richtiger Fokussierung auslösen. In meiner Nikon nennt sich das ganze AF-S (Einzelautofokus).

6.5 Kontinuierlicher Autofokus

Mit der sogenannten Schärfenachführung hast Du die Möglichkeit, bewegte Motive scharf einzufangen, da hier kontinuierlich fokussiert wird, solange Du auf dem ersten Druckpunkt des Auslösers bist. Hier verwendet deine Kamera die prädiktive Schärfenachführung, um die Objektdistanz für den Moment der Aufnahme vorauszuberechnen und die Schärfe entsprechend nachzuführen. Dieser Modus nennt sich bei Nikon AF-C (Kontinuierlicher Autofokus).

6.6 Autofokus-Automatik

Die dritte Möglichkeit nennt sich AF-A (Autofokus-Automatik) und kombiniert die beiden zuvor genannten Methoden. Deine Kamera wählt also automatisch den Einzelautofokus, wenn sich das Motiv nicht bewegt, oder eben den kontinuierlichen Autofokus, wenn sich das Motiv bewegt.

Anzeige im Display (Bild: Nikon)
Anzeige im Sucher (Bild: Nikon)

6.7 Manueller Fokus

Wenn jetzt zum Beispiel die Kontraste im Bild zu gering sind (der Autofokus arbeitet mit Kontrasten), oder Du vielleicht den Bildausschnitt so gewählt hast, dass an der Stelle wo Du gerne scharf stellen würdest kein Autofokusmessfeld liegt, dann musst Du manuell Fokussieren. Hierzu schaltest Du am Objektiv und/oder an der Kamera auf den manuellen Fokus MF um.
Zum Fokussieren benutzt Du den Fokusring am Objektiv, hat deine Kamera als Option das Focus-Peaking (hier wird der scharfgestellte Bereich mit eingefärbten Konturen angezeigt), dann kann Dir dieses das manuelle Fokussieren erheblich erleichtern.

6.8 Zusammenfassung

Die Messfelder erleichtern Dir die Auswahl des Schärfebereichs

AF-S = Einzelautofokus, für Motive die sich nicht bewegen, kann nur ausgelöst werden, wenn Du richtig scharf gestellt hast.

AF-C = Kontinuierlicher Autofokus, für Motive die sich bewegen, fokussiert permanent solange DU auf dem ersten Druckpunkt des Auslösers bleibst, kann auch ausgelöst werden, wenn das Motiv nicht scharf gestellt ist.

AF-A = Autofokus-Automatik, wählt selbst welcher der beiden erstgenannten für die jeweilige Situation am besten geeignet ist.

MF = Manueller Fokus

Wichtig:
Kontrolliere immer die Dioptrien-Einstellung am Sucher. Ist diese falsch eingestellt, zeigt Dir der Sucher nicht die richtige Schärfe

Stell den Schalter nach dem manuellen Fokussieren wieder auf AF, sonst vergisst Du evtl. , dass Du manuell fokussiert hast und hast dann beim nächsten Fotografieren nur unscharfe Bilder.

Autofokusschalter (Bild: Nikon)

6.9 Hyperfokale Distanz

Speziell bei Landschaftsaufnahmen wünscht man sich oft eine durchgängige Schärfe, also ein Bild, welches von vorne bis hinten durchgängig scharf ist.

In diesem Fall musst Du auf die sogenannte hyperfokale Distanz fokussieren.
Sie ist die Entfernung von deiner Kamera bis zum vordersten Punkt der Schärfentiefe, also dem Beginn der Schärfe.

Um diese hyperfokale Distanz genau zu berechnen, gibt es mittlerweile jede Menge kostenlose Apps. Hier kannst Du Dein Objektiv, dein Sensorformat (APS-C, Vollformat, MFT etc…), Brennweite, Blende, usw. auswählen und die App berechnet dir dann, auf welche Entfernung Du scharf stellen musst um das ganze Bild scharf zu bekommen.

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